Zionsgemeinde Steinbach - Hallenberg
der Selbstständigen Evangelisch - Lutherischen Kirche

Dezember 2011 - Februar 2012


Nachdenken über Weihnachten 

"Die Weisen sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten."

Die Bibel: Matthäus 2,2

In der Adventszeit singen wir: "Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir?" (ELKG 10,1) - Für manchen ist das eine echte Frage: Ich möchte dich, Herr Jesus, mein Gott und Heiland, empfangen. Aber wie soll ich das machen, dass mich die Adventszeit im Herzen tief anrührt? Und dass ich dann zu Weihnachten "Christ, der Retter, ist da" aus vollem Herzen jubele?

Für die Weisen aus dem Morgenland war das keine Frage: Sie sind gekommen, wollen anbeten und auf den Knien IHM begegnen. Ihre Theologie war nicht nur eine sitzende Theologie, sondern auch eine kniende. Ihr Glaube spielte sich nicht nur im Kopf ab. Ihr Glaube sank auch auf die Knie und betet an.

Wenn damals Menschen vorbei gekommen wären, hätten sie ganz sicher den Kopf über die drei Gelehrten geschüttelt, die da vor dem Kind auf Marias Schoß knien. Ein Glaube, der den Mensch gewordenen Gott empfangen will, sitzt nicht nur und denkt nach. Er sinkt auch auf die Knie und betet an. Denn mit dem Kopf allein werden wir das Wunder der Menschwerdung Gottes - Weihnachten - nie ganz fassen können, sondern nur mit dem Herzen! "Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermisst, dass Gottes Lieb unendlich ist." (ELKG 34,3)

Dieser kniende Glaube ist keineswegs weltfremd. Dieser Glaube wird sogar sehr politisch: Denn er sucht die wahre Herrschaft nicht mehr in den Regierungsvierteln, so wichtig diese Aufgabe auch ist, und er beugt seine Knie nicht mehr vor den Drohungen der Machthaber, so ungehörig sie sich auch geben. Solcher Glaube weiß darum, wer das letzte Wort in dieser Welt hat. Und er nimmt die Zukunft schon jetzt vorweg. Denn einmal werden alle Mächtigen und alle Denker dieser Welt ihre Throne und Bürostühle verlassen und vor Gott niederknien und ihm dienen.

Kommt und lasst uns miteinander das Geheimnis der Heiligen Nacht feiern und anbetend unsere Knie beugen: Herr, der du als Mensch geboren bist, dich Gott, Messias, bete ich an. Amen.

Herzlich grüßt Euch

Euer Pastor Konrad Rönnecke